Keine Meinung - Der Philosophie-Podcast

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Slavoj Žižek und die Postmoderne

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Kommentare

modusponies
by modusponies on
Es scheint besonders bei deutschsprachigen PoMo-Kritikern eine beliebte Strategie zu sein, sich darum zu drücken, sich selbst mal mit konkreten Inhalten "postmoderner" Theorien in genauerer Textarbeit auseinanderzusetzen. Inwiefern führen denn Haraways Theorien, die ja hier ebenfalls als ein Beispiel für postmoderne Theoretiker_innen genannt wurde, aber nicht weiter besprochen wurde, zu einem Relativismus, der anschlussfähig sei für Klimawandelleugner? Welche Klimawandelleugner beziehen sich positiv auf Haraway? Man hätte sie auch im Hinblick auf die spätere Diskussion der Kalifornischen Ideologie besprechen können, z.B. an Hand dieses Essays von McKenzie Wark: https://www.versobooks.com/blogs/2254-blog-post-for-cyborgs-mckenzie-wark-on-donna-haraway-s-manifesto-for-cyborgs-30-years-later Die Aussage, die Wahrheit sei parteiisch und nur zugänglich, wenn man einen Standpunkt einnehme und dass die Behauptung, ideologiefrei zu sein, selbst Ideologie sei, gefiel euch besonders. Seht ihr darin kein Echo derjenigen feministischen Standpunktepistemologien (bspw. Sandra Hardings Konzept "starker Objektivität", in diesem Kontext), denen allzu häufig genau solcher epistemischer Relativismus vorgeworden wird, wie ihr ihn zu Beginn des Podcasts als exemplarisch für PoMos dargestellt habt? Ganz stark getroffen hat Sokal und Bricmonts PoMokritik ja vor allem Luce Irigaray, die ihr hier auch kurz als eine der "großen Feministinnen" im Zusammenhang mit der Psychoanalyse erwähnt. Und auch Butler und Kristeva werden häufig als PoMo charakterisiert. Wie erklärt ihr euch das, haltet ihr das für gerechtfertigt? Butler wird hier im Gegensatz zu Zizek als "Anhängerin der (sic!) Gender-Theorie" beschrieben, die Kritik Zizeks an Butler als Resultat einer unterschiedlichen Hegel- und Lacanexegese, bei der Zizeks vermeintliche Autorität ihn dazu legitimiere, die Progressivität Butlers in Frage zu stellen. Denn bei ihm müsse "man [das] als Symptom für etwas größeres verstehen", wenn er seinen Senf zu allen möglichen Themen dazu gibt, denn "er ist ja jemand, der ganz progressive Theorien vertritt", bei dessen Auseinandersetzung mit "der (sic!) Gender-Theorie" nichts darauf hindeute, "dass er eine anti-feministische Position vertritt." Dass sein Senf ja auch ganz gut aufgeht und sich auch ganz gut eingliedert in den postmodernen/neoliberalen Kapitalismus bzw. einen kapitalistischen Realismus, der sich eben alles einverleibt, scheint man hier größtenteils zu unterschlagen, und berechtigte Kritik mit verallgemeinernder Lobhudelei abzuwimmeln. Finde ich schade, da gerade das Ende der Disskussion meiner Meinung nach durchaus Möglichkeiten für eine kritischere Auseinandersetzung geboten hätte. LG
Fabian W.
by Fabian W. on
Hallo ihr beiden! Ich finde Euren Podcast klasse! Wenn ihr Lust habt mal über Technikphilosophie zu sprechen, dann meldet Euch gerne mal auf twitter. Ich habe ein kleines Buch über das Thema geschrieben (kann es euch gerne mal schicken). Link zu einer Leseprobe findet ihr in meiner Bio bei Twitter (https://twitter.com/fwillkomm). Grüsse und rockt on

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